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Der Zweck der Meditation – falsche Erwartungen

Eine Erwartung, dass Meditation dich ruhig und gelassen macht, ist nicht unbedingt richtig.
Wenn das dein Ziel sein sollte, dann sind einige Atemübungen zu diesem Zweck viel besser geeignet.
Aus meiner Sicht besteht der Sinn der Meditation vorrangig darin, dich selbst zu erkennen. Soll heißen, die neunzig Prozent Unbewusstes zu verringern und die zehn Prozent Bewusstes zu vermehren. Sie soll dich zu dir selbst führen und eventuell sogar darüber hinaus.

Das bedeutet aber, das eine Meditation durchaus aufwühlend sein kann, dass du unruhig wirst. Dir können Dinge bewusst werden, die unangenehm – oder auch überaus angenehm – sein könnten. Beides kann Unruhe, ja sogar körperliches Unwohlsein verursachen.

Daher ist eine Erwartung dass du nur meditieren musst, damit es dir besser geht, völlig ohne jegliche Begründung.

Erst wenn du eine Tiefe und Klarheit in dir selbst erreicht hast, dass nichts, oder nur sehr wenig noch, dein Gemüt erregt, dann ist Meditation in der Regel ein Eintritt in eine tiefe Ruhe und Gelassenheit.

Derselbe Denkfehler besteht in der Annahme, dass Meditation die Leistungsfähigkeit und die Achtsamkeit erhöht.
Stößt du während der Meditation auf verstörende Erkenntnisse, dann benötigt die Verarbeitung Kraft, Aufmerksamkeit und Zeit. Diese stehen dann aber nicht mehr für den Alltag, die Arbeit oder den Sport zur Verfügung. Das wirkt dann jedoch erst einmal in die entgegengesetzte Richtung. Du bist unachtsamer, unruhiger und weniger leistungsfähig im Außen. Also entsteht genau der umgekehrte Effekt!

Die viel interessantere Frage, die sich aus der Suche nach Ruhe und Gelassenheit ergibt, ist folgende: Warum ist mein Leben so ohne Ruhe und Gelassenheit? Können diese Ziele erreicht werden, indem ich mir in einem prall gefüllten Alltag noch zusätzlich Zeit raube um meditieren zu können? Warum suche ich nach mehr, wenn doch weniger eigentlich die Antwort wäre?

Wenn also Meditation mit der Intention zur Steigerung der Leistungsfähigkeit in jeglicher Form benutzt wird, dann verfehlt sie ihren tieferen Sinn. Ja, man kann sie zum Teil dazu einsetzen. Dann bleibt sie jedoch flach und ihres eigentlichen Sinnes beraubt.

Sie wird damit missbraucht, um ein fragwürdiges Menschenbild zu erhalten, statt zu Entwicklung und Bewusstsein zu führen.

1 Kommentar
  1. Bettina
    Bettina sagte:

    Als ich vor einigen Jahren angefangen habe bei Thorsten zu meditieren, war es erstmal meine Intention mein inneres Gleichgewicht und meine innere Ruhe wieder zu finden. Dadurch ist meine innere Kraft und Stärke wieder zurück gekommen.
    Durch das Vertrauen zu Thorsten und auch zu Stephan kann ich mich inzwischen immer häufiger einfach fallen lassen und komme dadurch in immer tiefere Meditationen , die für mich so heilsam, friedvoll und erkenntnisreich sind, dass ich meinen spirituellen Weg in sehr erfüllender Weise gehen kann. Danke für eure liebevolle Unterstützung.

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