Liebe, Geist und Midichloriana

Was haben die Sufis, die Schamanen und Jedi Ritter gemein? Einiges!
Der große Geist, der alles durchdringt, der alles erhält und belebt, entspricht im Sufismus der Liebe, die alles ist und auch nichts. Die Liebe, durch die Alles ist und gleichzeitig auch das Nichtsein bestimmt. In den Star – Wars Romanen wird die besondere Kraft der Jedi Ritter durch die Midichloriana hervorgerufen. Diese Teilchen oder Strahlen, die alles durchdringen ermöglichen denjenigen, welche Zugriff darauf haben, ganz besondere Fähigkeiten zu erlangen.
Im Sufismus erlangt derjenige, der die Liebe erkennt, sie (er)lebt und als das erkennt was sie ist, ganz besondere Fähigkeiten. Im Schamanismus wiederum gilt das Gleiche für den großen Geist. Diejenigen unter uns, die diesen Geist erkennen und verstehen werden oft Medizinmänner oder -frauen oder auch Medien Sie erhalten eine besonders starke Verbindung zum Beispiel zur Intuition und anderen Fähigkeiten.
Insofern kann der Jedi Ritter als eine hochtechnisierte Version eines Menschen, der die Nähe zum Sein, zur Liebe, zum großen Geist erreicht hat, gesehen werden. Hier wird auf eine bild- und actionreiche Art etwas dargestellt, was im Schamanismus und im Sufismus nur über Mystik, Aphorismen und Selbsterfahrung erlebt werden kann. Allerdings hinkt dieser Vergleich natürlich. Auch wenn sich die Jedi-Ritter In den Romanen natürlich für « das Gute » einsetzen, so würde ein Schamane oder ein Sufi niemals das tun, was ein Jedi Ritter in den Romanen so alles macht. Aber es gibt eben erstaunliche Parallelen.
In all den Aspekten der Jedi Ritter, die uns in den Romanen gezeigt werden, ist sehr schön dargestellt, wie wir uns auf unserer Suche nach Sinn, nach Liebe, nach Schönheit und nach der Einheit verheddern können. Die Jedi Ritter sind so sehr mit ihren verschiedenen Aufgaben und Tätigkeiten beschäftigt, das sie die wahre Bedrohung nicht erkennen können. Und auch später können sie nicht gewinnen, da sie das Ganze einfach nicht erkennen. Nur einzelne Jedi Ritter erreichen dieses Ziel, können aber zunächst nichts mehr retten.
Das sehe ich tatsächlich als eine wichtige Parallele zu unserer derzeitigen Situation.
Ein Beispiel: Nehmen wir die Ozeane. Wir nehmen die Wellen des Ozeans wahr, wir nehmen den Nebel wahr, der aus ihm aufsteigt. Wir nehmen die Wolken wahr, die aus ihm verdunstet sind, wir nehmen den Regen wahr, der aus ihm entstand und wir nehmen die Bäche und Flüsse wahr, die wieder zu ihm zurück bringen, was aus ihm entstand. Aber dennoch nehmen wir nicht den Ozean als Ganzes, als das wahr was es ist, nämlich (das) alles.
Genauso verhält es sich mit der Zeit: Wir nehmen die Vergangenheit wahr und die Zukunft, einige von uns vielleicht auch die Gegenwart. Aber dennoch sind wir nie im Ganzen, in der Ewigkeit.
Wenn wir auf die Welt blicken, dann nehmen wir unendlich viele Teile des Ganzen wahr, aber nur sehr wenige das Ganze! Obwohl das Ganze so viel wundervoller ist als die einzelnen Teile! Wir können feststellen und auch aktiv wahrnehmen, das alles was ist, ein Ausdruck des Göttlichen ist, ja das jedes Teil die Schönheit der Schöpfung oder Gottes und seiner Liebe ausdrückt. Und dennoch ist das Erleben des Ganzen – der allumfassenden Liebe – noch um Potenzen überwältigender als die Erfahrung der einzelnen Teile.
Dadurch, daß wir immer dazu neigen die Teile zu betrachten, sie zu analysieren und in noch kleinere Teile zu spalten, erreichen wir nicht mehr das Ganze. Was aber noch viel bedauerlicher daran ist, daß wir auch uns selbst darin verlieren. Wir verstehen einfach nicht mehr, daß auch wir eben ein Teil dieser Liebe sind und das sich in uns Liebender und Geliebter vereinigen müssen um das Ganze erfahren zu können.
Das ist für die Schamanen selbstverständlich, denn sie leben die Einheit alles Seins, eine Selbstverständlichkeit, die uns abhanden gekommen ist.
Im Sufismus würde man sagen: Wurzel und Zweig sind Eins! Oder auch: Siehe, Er ist alles – doch manifestiert Er sich durch mich, durch alles was ich bin, ganz ohne Zweifel – aber nur dadurch, das Er ist.
So streben wir immer danach mehr zu werden als wir momentan sind, wenn wir uns entwickeln wollen, wenn wir uns selbst erkennen wollen. Dabei ist das genau so nicht möglich, denn dabei erkennen wir nur noch mehr einzelne Teile des Ganzen – aber leider nicht das Ganze, die Einheit, das Sein. Wenn du also wirklich das Ganze erleben möchtest, dann hilft dir folgendes:

Willst du also Alles?
Dann gehe los und werde Nichts!

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