Dieses Gedicht von Mary Oliver offenbart eine tiefe Verbundenheit mit einfach Allem. Dies hätte auch ein Schamane schreiben können. Für diese Frau ist die Getrenntheit wirklich eine Illusion gewesen. Gleichzeitig zeigt sie sehr schön die tiefe Zuneigung die sie zu Allem hatte.
Und dennoch ist auch die Unsicherheit darüber zu spüren, ob sie wohl mit ihrem Erleben richtig liegt, wo doch die meisten anderen Menschen das so ganz anders empfinden.
HABEN STEINE GEFÜHLE?
Haben Steine Gefühle?
Lieben sie ihr Leben?
Oder übertönt ihre Geduld alles andere?
Wenn ich am Strand spazieren gehe, sammle ich ein paar
weiße, dunkle und bunte Steine ein.
Keine Sorge, sage ich, ich bringe euch wieder zurück, und das tue ich auch.
Freut sich der Baum, während er empor wächst, über seine vielen Äste,
von denen jeder wie ein Gedicht ist?
Sind die Wolken froh, ihre Regenbündel abzuladen?
Die meisten Menschen auf der Welt sagen: Nein, nein, das ist unmöglich.
Ich weigere mich, zu einem solchen Schluss zu kommen.
Es wäre zu schrecklich, wenn ich mich irren würde.
Mary Oliver
