Stirb bevor du stirbst!

Wie wahr ist das! Dennoch sträubt sich so vieles in uns diesen Schritt zu tun. Doch gehen wir diesen Weg, dann stellen wir fest, das ein ganz neues, allumfassendes Bewusstsein erlebt werden kann. Ein Bewusstsein, das nicht durch das denken erklärbar aber dennoch erlebbar und sehr real ist. Dabei bemerken wir, das wir schon immer Verbindung zu diesem allumfassenden Bewusstsein hatten.
Meist kleine, dünne Fäden. Intuition, Eingebungen und ähnliches sind einige davon.
In dem Moment wo dieses allumfassende Bewusstsein erlebt wird, setzt das Denken aus und daher kann auch nichts formuliert werden und das «Ich» löst sich auf. Das «Ich» kann keine Distanz zu den Erfahrungen mehr bestimmen, da alles «Ich» und gleichzeitig auch nicht «Ich» ist.
Es wird ersetzt durch eine allumfassende Einheit alles Seins. In diesem Sein ist der einzelne ein Teil, ohne das ein bestimmter Teil bestimmt werden könnte.
Es ist die Einheit alles Seins. Die Schamanen nennen dies den großen Geist, der alles erhält und durchdringt und ein Teil von allem ist.

Die Wahrnehmung ist so nicht mehr möglich. Dennoch ist dieser Zustand des Seins erlebbar und zutiefst berührend, transformierend und liebevoll.

Die Distanz zu allem ist in diesem Zustand nicht mehr vorhanden und eine tiefe Sehnsucht wird erlöst. Das «Ich» das stets von allem getrennt ist, es ist verschwunden und ist ersetzt durch ein Einssein. Ein Gefühl von völliger Einheit und Verbundenheit mit allem wird erlebt.
Dies setzt eine große Transformation in Bewegung, die mit Freude, Liebe und manchmal gewaltiger Energie einhergeht. Gleichzeitig entsteht eine tiefe Ruhe, Toleranz und Gelassenheit, die man so vielleicht gar nicht erwarten würde.
Je länger man in diesem Zustand verweilt, desto eher beginnt man ihn zu verstehen, denn das ist durchaus möglich. Unser normales Bewusstsein kann dies nicht.

Aber wer sagt, das sich das Bewusstsein nicht entwickeln kann!

Aus meiner Sicht gibt es nicht zwei, oder mehrere Bewusstseinszustände, sondern nur einen.

Dieser kann sich erweitern und entwickeln, insbesondere dann, wenn das «Ich» sich verändert, sich auflöst. Die Erzählung von zwei oder mehreren Zuständen des Bewusstseins fußt in der Getrenntheit (niederes Bewusstsein gegen Höheres) und den Bewertungen die damit einhergehen. Wenn es aber nur ein Bewusstsein gibt, dann ist auch klar, das jeder Mensch an diesem Bewusstsein teilhat. Nicht nur die Menschen, die über ein «höheres» Bewusstsein verfügen.
Doch die Entwicklung, das Erwachsen werden des Bewusstseins, fühlt sich wirklich wie ein Sterben an. Daher ist die Hürde für viele Menschen sehr hoch und voller Ängste und doch in jedem Fall erstrebenswert.

Durch diese Entwicklung verändert und erweitert sich die Wahrnehmung eklatant. Sie wird gleichfalls befreit von Bewertungen und Maßstäben. Das allerdings überfordert nur allzu häufig unser Denken, das dies auch erst einmal lernen und akzeptieren muss.

Ich erlebe, das immer mehr Menschen sich danach sehnen dieses „neue Bewusstsein“ zu erfahren und dies über die verschiedensten Herangehensweisen versuchen. Auch die traditionellen Wege mit und ohne Substanzen, sowie einige neue werden dazu genutzt. Diese können sehr hilfreich dabei sein, die Tore zu diesen Erlebnissen zu öffnen. Die Verarbeitung dieser Entwicklung jedoch muss jeder für sich bewältigen. Daher ist es sinnvoll sich genügend Zeit zur Integration des Erlebten zu geben. Nicht umsonst ist der Gebrauch dieser Techniken und Substanzen traditionell in hilfreiche Rituale und Meditationen gebettet.

Diese gestatten es diese Erfahrungen in geschützter Umgebung und mit erfahrener Betreuung zu machen, denn jeder der diesen Weg geht erlebt eine Zeit von vielfältigen Überraschungen!

Jegliche Wahrnehmung erfolgt immer von uns selbst aus. Das heißt, das das was wir «Ich» nennen immer im Zentrum dieser Perspektive steht. Eine andere Konstellation kennen wir nicht und können sie per se auch gar nicht einnehmen.
Jede Wahrnehmung erfolgt also aus dem «Ich» heraus und wird daher als Differenz oder Entfernung zum «Ich» bestimmt. Der Unterschied – die Distanz, so könnte man sagen – ist somit die Wahrnehmung.
Sie bestimmt damit auch die Position des «Ich» relativ zu allen Wahrnehmungen, nämlich so, dass sich das «Ich» immer im Zentrum aller Wahrnehmungen befindet.

Das Bewusstsein wiederum hängt direkt von den Wahrnehmungen des «Ichs» ab, es ist die Summe aller dieser Wahrnehmungen, verarbeitet durch das Denken. Etwas das nicht wahrgenommen wird, wird auch nicht in das Bewusstsein integriert. Erst die Wahrnehmung erweitert das Bewusstsein. Jedoch ist das «Ich» keineswegs neutral. Vielmehr nimmt es einige Dinge wahr, andere jedoch nicht. Warum es einiges wahrnimmt und anderes nicht, dafür gibt es sehr viele verschiedene Gründe. Diese aufzuführen wäre eine sehr lange Liste.
Wichtig ist jedoch, dass das «Ich» keine einhundert prozentige Wahrnehmung erreicht und auch nie erreichen kann. Achtsamkeit kann diesen Vorgang der Wahrnehmung erheblich erweitern, aber auch niemals vollständig machen.

Damit geht aber eben auch eine Beschränkung des Bewusstsein einher. Was das «Ich» nicht wahrnimmt, kann prinzipiell auch nicht in das eigene Bewusstsein integriert werden.
Das Denken formt unser Bewusstsein und grenzt es ein. Es ist notwendig, um die Distanz des «Ich» vom Wahrgenommenen zu bestimmen und es einzuordnen.
Daher ist das Bewusstsein in dieser Form für jedes «Ich» durch die Wahrnehmung und das Denken beschränkt. Es ist dadurch auch von allem Wahrgenommen abhängig und zugleich getrennt, denn es ist ja gerade die Distanz zum «Ich», welche die Wahrnehmung ermöglicht.

Doch was ist mit Erfahrungen, die ganz anders sind? Mit Nahtoderfahrungen oder Erlebnisse, die durch tiefe Meditation, Trancen oder auch durch Schock ausgelöst werden können?

Sie belegen, das es ein Bewusstsein gibt, welches außerhalb unseres normalen «Ichs» existiert und sogar ohne Körperlichkeit bestand hat.


Aus meinen Erfahrungen heraus kann ich schildern, dass es ein Bewusstsein über das alltägliche, gewohnte Bewusstsein hinaus gibt. Es ist nur nicht durch unser Alltagsbewusstsein zu erreichen. Vielmehr ist es eine Erfahrung des Einsseins und der Auflösung des «Ichs» und eine Verschmelzung mit einfach allem.
Die Schwierigkeit liegt darin, dass die meisten Menschen diese Erfahrung nur kurz machen, denn dann setzt das Denken ein und versucht diese Wahrnehmung auf die Position zum «Ich» zu bestimmen. Damit ist die Erfahrung dieses erweiterten Zustandes des Bewusstseins auch schon beendet. Das Denken holt uns daraus heraus und wirft uns in unsere alte Begrenztheit zurück.
Um diese Erfahrung lang anhaltend oder dauerhaft zu machen ist ein Prozess notwendig, den die meisten Menschen scheuen. Es ist eine Art von Sterbeprozess. Die «Ichheit», die uns das ganze Leben begleitet hat muss dazu sterben. Die Sufis haben dazu eine ganz klare Anweisung:

Stirb bevor du stirbst!

Ende des ersten Teils, in Kürze folgt Teil zwei – stay tuned

Heute möchte ich euch einen Beitrag ans Herz legen, den ich nicht selber geschrieben habe. Dennoch finde ich ihn so gut und treffend, dass er unbedingt von euch gelesen werden sollte.
Ich hätte ihn wohl kaum besser schreiben können und er deckt einen großen Bogen an Erfahrungen ab, die ich selber gemacht habe. Mal von der einen Seite, mal von der Anderen.
Er ist etwas lang, aber sehr lohnenswert für alle Sucher und alle Finder!
Und auch noch voller Humor und Selbstironie – welch seltene Kombination auf diesem Gebiet.
Hier ist der link:

https://mariananda.de/wordpress/die-dunkle-nacht/

Ich wünsche euch viel Tiefe, Freude, Erkenntnis und Liebe beim Lesen.

Der Weg der Liebe besteht darin, sich selbst zu erkennen.
Sich selbst zu erkennen führt dazu sich selbst zu vergessen.
Sich selbst zu vergessen, führt wiederum dazu, sich in einfach allem wiederzufinden.

Einst war ich ein Fluss. Mal ruhig und mal tosend und so floss ich dahin.

Und als ich den Ozean erwartete, da fand ich dich.
Du gleißendes Licht, du Alpha und du Omega. Du, der du warst schon vor der Zeit und auch danach noch sein wirst.

Bei deinem Anblick brach etwas aus mir heraus und ich begann zu lieben – einzig dich zu lieben.
Du erwidertest die Liebe vielfach und allumfassend, da hörte ich auf zu sein.

Und als ich erwachte, da war ich alles und auch nichts. Ich hatte keine Grenze und kein Sein, einzig erfüllt von Liebe und vom Licht – ewig fließend.

So bin ich also und auch nicht, erfüllt von Schönheit und vom Klang der Schöpfung, mich wiegend im ewigen Rhythmus allen Lebens selbst.
Liebe und Bewusstsein, ohne Anfang und ohne Ende – ohne jede Ursache und Begründung.

Eine Vision während der Meditation:

Am Anfang war die Liebe. Sie war einzig und allein – wie ein sanftes Meer der Unendlichkeit. Wie endlose sanfte alles erfüllende und durchdringende Schwingungen.

In diesem Meer trafen sich einige kleine Wellen und wurden zu einer großen Welle, einer starken Schwingung.

Diese erhob sich weiter aus dem Meer und sehnte sich doch wieder zurück. Sie wollte geliebt werden.

Der Geliebte war geboren.

Im Spiegel des Meeres nahm es sein Spiegelbild wahr und erkannte den Liebenden darin.

Die Dualität war geboren.

Und so ist es gegeben: Eine Trinität – die Liebe – der Geliebte – der Liebende.

Dennoch kann es nie eine Vereinigung geben, denn es gab nie eine Trennung!

Die Getrenntheit ist eine Illusion – ein Spiegel.

Und wie es im Meer für eine Welle gilt, so gilt das auch für den Liebenden und den Geliebten:

Jede Welle ist das Meer und fließt dorthin wieder zurück, denn:

Eine Trennung hat es nie gegeben!

So suchen wir den Geliebten und sobald wir Ihm näher kommen, erweckt dies die Liebe in uns. Diese Liebe ist das Band, über das wir Ihn dann letztlich finden.

Doch was wir finden, das sind dann wieder wir selbst – nur befreit von der Trennung.

Erkenne – eine Trennung gibt es nicht!